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Franzi Strobl

Bin ich zu fett? Bin ich zu dünn? Bin ich schön genug? Bin ich gut genug?

Als Franzi Anfang dieses Jahres begann, mit mir zu arbeiten, hatte sie – rein sachlich betrachtet – gar keine Wahl: Entweder, sie würde sich ändern oder müsste mit sehr gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen rechnen…

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Als Teenager fühlte sie sich zu dick (mit 55kg), in der Schule nicht zugehörig, da „alle anderen Mädels dünn waren“. Also begann sie zu rauchen, weniger zu essen und exzessiv Sport zu betreiben. Mit der Zeit purzelten die Kilos nur noch und es fühlte sich sehr gut an, die komplette Kontrolle zu haben, da sie wusste, wie es geht. Bis sie dann mit 32kg aus gesundheitlichen Gründen ihre Ausbildung abbrechen musste. Von da an ging es von einer Klinik in die nächste. Ohne dauerhaften Erfolg, da sie für die grundlegende Veränderung noch nicht bereit war.

Es war ein ständiges Auf und Ab. Mit Mitte 20 hatte sich zusätzlich ihr Freund von ihr getrennt, weil er nicht mehr zuschauen wollte, wie sie sich ruinierte und sie hatte aufgrund immer größerer Isolation viele Freunde verloren. Zusätzlich schlichen sich Mangelerscheinungen wie Osteoporose ein und sie hatte Verdauungsschwierigkeiten bei sämtlichen Lebensmitteln – sie hat „nichts mehr vertragen“, ständig gefroren, die Konzentration ließ immer stärker nach und Lust unter Leute zu gehen hatte sie auch nicht mehr. Irgendwann war es ihr zu viel und sie wollte einfach nur noch ein normales Leben führen und beschloss, sich endgültig zu verändern…

 „Wenn ich‘s jetzt nicht endlich schaffe, dann will ich nicht mehr.“ 

Trotz Schichtarbeit und obwohl sie antriebslos, müde und körperlich völlig am Ende war, ging sie ins Studio und fing an, mit mir zu trainieren sowie die Ernährung umzustellen: „Stärker, leistungsfähiger, fitter, wieder Spaß haben – und ich wollte es mir sowie denen beweisen, die gesagt haben, dass ich es nicht schaffe“.

Wir gestalteten die Ernährung proteinreicher, mit viel mehr Grünzeug und allergenfreien Kohlenhydraten wie Reis, Porridge und Quinoa. Am Anfang hatte sie kleinere Schwierigkeiten mit der Umstellung, jedoch traten schon nach wenigen Wochen deutliche Verbesserungen der Verdauung und des Wohlbefindens ein. Mittlerweile, über 14kg näher am Idealgewicht, fällt das Essen daheim und in Gesellschaft relativ leicht – „bis auf die vielen, vielen Carbs“. Sie dachte am Anfang, dass sie platze und hatte Angst davor, „wieder fett“ zu werden. Doch die Rückmeldung durch das Training und die Messungen jeden Monat schafften Sicherheit und bestätigten die positive Entwicklung hin zu einem athletischen und gesunden Körper.

Mit der Ernährungsumstellung und den zusätzlichen Nährstoffen entwickelte sich ihr Energielevel „von 0 auf 100“, sie steht fit auf und ist den ganzen Tag leistungsfähig. Vor unserer Zusammenarbeit wachte sie nachts 3-4 Mal auf – mittlerweile schläft sie in der Regel durch und wacht erholt mit voller Energie auf. Durch das Krafttraining stieg ihr Selbstvertrauen und sie traute sich unter anderem zum ersten Mal seit ihrer Kindheit mit kurzen Hosen in die Öffentlichkeit. Die Meinung anderer Leute ist ihr teilweise schon egal… Ganz nebenbei hat sie das Rauchen aufgegeben und trinkt keinen Alkohol mehr.

Klingt so, als wäre alles ganz prima und glatt gelaufen?

Natürlich gab und gibt es immer wieder Rückschläge. Knochenbrüche aufgrund der Osteoporose, Schmerzen. Und so mancher Selbstzweifel. Allerdings macht Franzi immer weiter, weil sie sich selbst beweisen will, dass sie es schaffen kann und weil ihr das Training verdammt gut tut und sie gesund werden möchte. Und das ist bemerkenswert! Wie viele Menschen würden sich mit einer ähnlichen Ausgangslage und einem ähnlichen Leidensweg wie Franzi einfach aufgeben? Und so wird sie zum Vorbild für so viele Mädels, die aufhören wollen mit dem Abnehm-Wahn: „Du weißt am Anfang gar nicht, wie sehr du deinen Körper zerstörst und eigentlich zerstörst du dein ganzes Leben…“.

Mit mir als ihrem Coach hat sie es geschafft, sich darauf einzulassen, sich ein neues Leben aufzubauen, auch wenn es alles andere als leicht war und ist. Dass sie Krafttraining machen kann, obwohl ihr das keiner zutraut, fühlt sich gut an, genau wie die mentale Unterstützung, das positive Feedback und dass es eben mehr als simples Training ist. Sie hätte weniger Antrieb, müsste sie alleine trainieren, würde sich weniger zutrauen, weiß, dass sie mit Trainer mehr Fortschritt macht als ohne, und behauptet: „so einen geilen Trainer findet man sonst nirgendwo“. Dieses Kompliment freut mich beinahe so sehr wie ihre Entwicklung :). Das Bild ist eine Momentaufnahme und soll denjenigen Mut machen, die noch am Anfang stehen und nicht wissen, wie und ob sie es schaffen, diese Krankheit zu überwinden. Franzi macht weiter: “Noch paar Kilo Muckis drauf, meine Grenzen kennen lernen und ausbauen und viele Herausforderungen (beruflich wie privat) meistern, weiter am Selbstwert arbeiten.“

Abschließend gilt: Gewicht ist nicht alles im Leben. Man sollte sich keinesfalls alleine darüber definieren. Denn: alles ist auch immer relativ zu betrachten und in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen. Franzis Verhältnis zum eigenen Körper wird stetig besser, auch wenn sie sich noch stärker mit ihm anfreunden muss. Der Weg geht weiter!

Wo stehst du und was möchtest du gerne erreichen? Mache gleich den Test und gehe den ersten Schritt Richtung deiner Ziele.