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ein Ultra Event laufen, Sixpack, eigenes Business aufbauen… möglich für „normale Menschen“?

Eine meiner Kundinnen erzählte mir vor Kurzem während einer Trainingssession, dass sie meine Geschichten vom Spartan Ultra und wie ich mein PT-Business aufgebaut habe, sehr inspirierend findet. Sie meinte, dass viele der Dinge, die ich bereits erreicht habe, für sie noch so weit weg erscheinen und dass sie im Training mit mir Dinge wagt, die sie alleine nie tun würde, nur um festzustellen, dass sie es ja doch kann… .

Das brachte mich zum Nachdenken und ich habe mich daran zurückerinnert, als meine jetzigen Errungenschaften mir selbst noch verdammt weit weg und irgendwie unerreichbar erschienen. Lustigerweise ist es noch gar nicht allzu lange her, dass ich ähnliche Gedanken hatte wie meine Kundin.

Immer, wenn wir von „großartigen Leistungen“ oder „unrealistischen Zielen“ sprechen, bedeutet dies etwas komplett Unterschiedliches für jeden von uns und hängt stark von unserem persönlichen Bezugsrahmen und Blickwinkel ab.

Wenn du beispielsweise außer Form bist und mit deinen Essgewohnheiten kämpfst, ist es gut möglich, dass es dir unrealistisch und nahezu unerreichbar erscheint, ein Sixpack und den Körperbau einer griechischen Statue zu bekommen. Wenn du aber eine griechische Statue bist, dann ist das für dich alles nichts Besonderes, nicht der Rede wert und du stehst einfach da und glänzt. Anderes Beispiel: wenn du pleite bist, wie selbstbewusst bist du dann, wenns drum geht dein eigenes Business aufzubauen und wohlhabend zu werden? Erscheint es dir nicht als ein zu großes Paar Schuhe? Wenn deine Kondition unterirdisch ist und du kaum die Treppen zu deinem Arbeitsplatz hochkommst… Dann wird vermutlich die Idee, einen Marathon oder ein Ultra-Event zu laufen absurd für dich klingen und die Athleten, die dies tun „Verrückte“ sein…

Leider neigen wir dazu, uns im Angesicht außergewöhnlicher Leistungen und großer Erfolge Dinge einzureden: wie „das schaffe ich doch nie, das ist einfach nur krank, ich frage mich, wie das nur machbar ist…“, nur, um uns selbst weis zu machen, dass die Person, die Großes erreicht hat, mit besonderen Talenten und Fähigkeiten gesegnet sein muss, die wir nicht haben: Bessere Genetik, weniger Verbindlichkeiten, ein weniger hartes Leben, mehr Disziplin (natürlich angeboren ;)), größer, kleiner, höherer IQ, gerade dumm genug, einfach mehr Glück.

Da ich nun aber selbst schon ein paar Transformationen hingelegt habe was Körperzusammensetzung, Business und die Ausdauer-Welt anbelangt und es zu Beginn nie rosig für mich aussah, habe ich gute Neuigkeiten für jeden, der das liest.

Allzu häufig sind nämlich die Menschen, die große Ziele erreichen und unsere Vorbilder sind, beängstigend normal und haben auch allesamt bei Null begonnen. Manchmal sind solche Menschen sogar dermaßen unauffällig, dass man sie gar nicht auf anhieb als herausragende Performer wahrnehmen würde. Auf der anderen Seite ist natürlich die schlechte Nachricht, wenn es lediglich „normale“ Menschen sind, die Bemerkenswertes schaffen, was ist dann deine Ausrede? Warum zum Geier bist du nicht wesentlich erfolgreicher?

Was ich bei erfolgreichen Personen in unterschiedlichen Lebensbereichen beobachtet habe, ist eine Kombination aus Leidenschaft, „einfach machen“-Mentalität gepaart mit Disziplin und laserartigem Fokus auf das Ziel. Dies sind keine Eigenschaften, die wir in unserem Erbgut haben oder im Lotto gewinnen müssen, sondern die wir uns aneignen und trainieren können.

Wichtig an dieser Stelle: Ob wir wollen oder nicht, wir ahmen nach, was wir in unserer Umgebung sehen, mit wem wir unsere Zeit verbringen, was wir lesen, im Fernsehen schauen, hat demnach einen Einfluss auf uns und unsere Verhaltensmuster. Wie bei der Ernährung auch: halte folglich deine Gedanken sauber und nähre dich von den Dingen, die dir gut tun und deinen Erfolg fördern. Vorausgesetzt, du besitzt ansatzweise so etwas wie Selbstachtung, du nicht jeden „Scheiß“ in dich reinstopfst und mehr darstellen willst im Leben als ein dahergelaufener Hans Wurst.

Zusätzlich zu einer zielorientierten und fortschrittlichen Geisteshaltung haben alle erfolgreichen Jungs & Mädels irgendwann gestartet. Es ist schon ein gutes Stück Weg, das beschritten werden muss, um Großes zu erreichen. Den langen Weg sieht man nicht auf einem Vorher-Nachher-Bild, an einer Medaille oder einem hohen Einkommen. Jeder, der jemals eine große Transformation hingelegt hat, startete irgendwo irgendwann und das war nicht annähernd da, wo er/sie jetzt steht.

Ich erkläre meinen Kunden, die finden, dass ein Klimmzug mit 55kg Zusatzgewicht eine große Nummer ist, dass ich auch vor nicht allzu langer Zeit mit 0 Klimmzügen und 0kg Zusatzgewicht gestartet bin. Und alle, die eine ordentliche Klimmzugleistung an den Tag legen, haben die eine Sache gemeinsam: einen Start bei 0.

Was möglicherweise für den ein oder anderen auch überraschend sein mag, ist, dass ich am Start meines Spartan Ultra (52km), der mit Abstand größten sportlichen Herausforderung meines Lebens, um mich blickte und ausschließlich „normale“ Menschen sah. Ich fand nicht einen außerirdischen, übermenschlichen Halbgott in der Menge. Nur normale Leute, die einen gewissen „spartanischen“, kompromisslosen Lebensstil an den Tag legen. Und, die einfach „verrückt“ genug waren zu glauben, ein Event schaffen zu können, das ihnen einen kompletten Tag harten Kampf und Leiden abverlangen würde.

Wenn wir schon vom Ultra reden, erinnere ich mich auch noch gut an meinen ersten Spartan Sprint (6km, easy), bei dem ich mich fast angeschissen hätte vor Angst, weil ich dachte, ich könnte dabei draufgehen. Heute lache ich nur noch, wenn ich daran zurückdenke, da ich diese Events mittlerweile zum Spaß laufe.

Dasselbe, wenn ich daran denke, wie ich vor einem Jahr meinen sicheren Job gekündigt habe… . Ich hatte Angst und keinen Plan, wie ich Personal Training zum Laufen bringen sollte. Jetzt, ein knappes Jahr später, schaue ich zurück und muss grinsen, denn meine schlimmsten Befürchtungen traten nicht annähernd ein und mein Fleiß, meine Hingabe und das konstante Verbessern ermöglichten mir, das zu tun, was ich liebe und wovon ich gut leben kann. Verdammt frei und eigenverantwortlich!

Rückblickend empfinde ich das alles als keinen großen Akt und nichts allzu Spektakuläres, um ehrlich zu sein… Dinge relativieren sich. Was einst viel Überwindung kostete, ist mittlerweile ein Furz im Sturmwind. Ich bin davon überzeugt, dass jeder schaffen kann, was ich erreicht habe. Zumindest jeder, der bereit ist, „den Preis zu bezahlen“.

Zum Schluss will ich euch einige Punkte mit auf den Weg geben, die mir aufgrund meiner Erfahrung am Herzen liegen:

  • Egal, welches Ziel du hast, starte einfach. Du kannst nicht vom Fußboden fallen, also tu dir einen Gefallen und gehe die (vermeintlichen) Risiken ein, die nötig sind, um deine Ziele zu erreichen. Und wenn es dein großes Ziel ist, einen Elefanten zu essen, dann wirst du auch in diesem Fall mit dem ersten Bissen beginnen müssen.
  • Du wirst deine größten Erwartungen nie übertreffen, also ziele doch einfach gleich ein bisschen höher. Wähle ein Ziel, das beinahe unerreichbar scheint und gleichzeitig sehr attraktiv für dich ist.
  • Verfolge dein Ziel vom ersten Tag an mit einem laserartigen Fokus. „Fokus“ klingt unspektakulär und wird gerne mal überlesen, kann aber bedeuten, die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie drastisch einzuschränken, um am Ziel zu arbeiten. Oder früh ins Bett zu gehen, an Feiertagen zu arbeiten und weder rumzuhängen noch zu chillen, weder TV zu schauen noch 8 Mal am Tag seine Eltern anzurufen. Und auch die sozialen Medien auf Sparflamme zu halten (außer man verdient seinen Lebensunterhalt damit). Für die meisten scheiterts in der Tat am mangelnden Fokus. Weil jeder Kleinscheiß groß genug ist, um sich von den harten und unangenehmen Handlungen, die nötig wären, abzulenken oder ablenken zu lassen.
  • Stelle sicher, dass dein Ziel mit einer großen emotionalen Komponente aufgeladen ist. Nur, wenn du absolut liebst und begehrst, was du tust, und erreichen willst, wirst du bereit sein, die nötige harte Arbeit reinzustecken. Und keine großen Ziele werden einfach über Nacht erreicht. Es ist ein langer Weg, welcher dir einige Opfer abverlangt. Gerade am Start ist die meiste Energie nötig, um das Ding ins Rollen zu bekommen. Das wird gerne mal ignoriert, wenn das nächste Programm oder Produkt angepriesen wird, das großartigen Erfolg mit geringem Einsatz bewirbt.
  • Zum Schluss nur noch eins: bitte, bitte, bitte fang an und mach einfach weiter, egal was kommt. Warte nicht, bis dir jemand die Erlaubnis erteilt, die Person zu sein, die du sein willst und zu tun wofür du brennst. Das Leben ist zu kurz, um sich klein zu machen und sein Potenzial nicht auszuschöpfen. Die Leute um dich herum sind entweder für dich und deine Sache oder sie können sich schleichen. Punkt.

Was mich betrifft, bin ich einfach auf meinem Weg. Für manche stehe ich noch am Anfang, für andere bin ich weit fortgeschritten oder sogar ein Vorbild. Auf jeden Fall bin ich aber ein normaler Mensch. Mit Stärken und Schwächen. Mit Talenten, aber auch Fehlern. Ebenso wie meine Vorbilder und Menschen, die ich bewundere. Und falls dich das, was ich schreibe anspricht, freue ich mich, dich kennenzulernen.  Schreib mir gerne über das Kontaktformular und vielleicht erweise ich mich ja als nützlich für dich und deine Transformation 🙂.